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Rückblick In 16 Jahren als 1.Vorsitzende der Milchschafhaltervereinigung Baden Württemberg e.V. wurde ich schon 1993, in Zeiten, als es noch die Deutsche Wollverwertung gab, mit dem Problem der Milchschafwolle konfrontiert, die keiner haben wollte. Nachdem sich die Anrufe unserer Mitglieder häuften, die uns mitteilten, daß sie ihre Wolle nunmehr schon über und unter den Tomaten verkompostiert hätten und der Versuch die Wolle zu verbrennen auch keine befriedigende Lösung war, sah ich mich genötigt eine sinnvolle Lösung des Problems zu finden.Die Möglichkeit die Milchschafwolle durch Eigeninitiative und persönlichen Einsatz, wie z.B. Handspinnen, Hüte filzen, verweben usw, scheiterte oft an der anfallenden Wollmenge und die handgefertigten Produkte waren den Endverbrauchern meist zu teuer. Dieser Weg war also nur in Einzelfällen eine Lösung. Da kam der Gedanke auf, wenn wir unsere Rohwolle nicht verkaufen können, so könnten wir doch sicherlich kostengünstig industriell, aus unserer angelieferten Wolle hergestellte Produkte verkaufen.Unterstützt durch die Deutsche Wollverwertung verlief das Projekt überraschend erfolgreich, was mich ermunterte das Projekt weiterzuentwickeln.Der sichtbare Erfolg unserer Selbsthilfeaktion führte dazu, daß sich 1995 auch die Bayrischen - und Hessischen Milchschafhalter anschlossen. Es konnten jährliche Zuwachsraten zwischen 40 % und 50 % erzielt werden, da sich auch immer mehr Schafhalter anderer Schafrassen für unser Projekt interessierten und mitmachten. 1999 wurde dann wegen der großen Nachfrage, die Wollaktion mit einem für alle Schafrassen passenden Wollsiegel geöffnet. Dies führte sofort zu einer Verdoppelung der zu verarbeitenden Wollmenge. Die Wollaktion ist als komplettes System zu sehen: kostengünstiges Erfassen der Wolle durch viele Sammelstellen, Herstellung hoher Produktzahlen - garantieren niedrige Kosten, die GEWINNSPANNE durch VERKAUF der PRODUKTE aus EIGENER WOLLE ist sehr LUKRATIV. Durch die stetig zunehmende Teilnahme an der WOLLAKTION kann für 50 % mehr (als Wollverbrauch für gewünschte Produkte) angelieferte Wolle ein Preis pro Kg in Höhe von € 0,80 garantiert werden. Ein weiteres Ziel der Wollaktion ist es die Schäfer und Schafhalter dahingehend zu motivieren, den Wert ihres nachwachsenden Rohstoffes selbst wieder besser zu schätzen und durch Eigeninitiative selber zu vermarkten.
Erfolgsmeldung:Bei der Wollaktion 2004 konten 42Tonnen Rohwolle zu Endprodukten verarbeitet werden.
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